Vom Glück der Fülle und der Dankbarkeit

Manchmal brauche ich aber auch das Glück für mein Wohlbefinden. Wenn die Tage hektisch sind und die Aufgaben nicht so recht gelingen wollen, suche ich bewusst nach einem Ausgleich.

Den finde ich dann oftmals in meinem Garten, wo Blumen stehen, das Gemüse wächst und die Bienen herrlich summen. Die Fülle die mich erwartet, wenn ich meinen Garten betrete, die schenkt mir Zufriedenheit und Glück. Es ist große Dankbarkeit, die ich gegenüber meiner Gartennatur wahrnehme. Es ist als spüre ich ebenso die Dankbarkeit der Blumen und Pflanzen gegenüber meiner Großzügigkeit, dass sie an ihrem frei gewählten Standort wachsen dürfen oder auch für die eine oder andere Erfrischung als die Frühsommertage trocken und sonnig waren.

In solchen Momenten gibt mir mein Garten ganz viel zurück, es ist mir manchmal, als würden die Blüten genau mir ihre Köpfe entgegen strecken, weil sie mir sagen wollen, dass ich meinen Teil beigetragen habe, dass ich Teil bin an ihrem Erblühen. Diese Schönheit berührt mich und lässt all die Alltagssorgen vergessen. Es ist das Glück der Fülle und der gegenseitigen Dankbarkeit, dass ich hier spüre. Dann fehlt es mir an nichts. Dann bin ich glücklich.

Dabei gehe ich nicht einfach so durch meinen Garten, nein, ich bleibe stehen hier und da und spüre, nehme war, höre zu und berühre diese Pflanze oder jene. Und wenn ich still, lauschend und beobachtend auf diesem kleinen Flecken Erde stehe, habe ich auch schon so manch seltenes Tier entdeckt.

„Dankbarkeit steht für eine Kultur der Erneuerung und Gegenseitigkeit, in der Reichtum bedeutet, dass genug zum Teilen da ist, und Wohlstand in für beide Seiten heilsamen Beziehungen gemessen wird. Außerdem macht sie uns glücklich.“ Robin Wall Kimmerer, Geflochtenes Süßgras

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