Natur

Vom Glück der Fülle und der Dankbarkeit

Manchmal brauche ich aber auch das Glück für mein Wohlbefinden. Wenn die Tage hektisch sind und die Aufgaben nicht so recht gelingen wollen, suche ich bewusst nach einem Ausgleich.

Den finde ich dann oftmals in meinem Garten, wo Blumen stehen, das Gemüse wächst und die Bienen herrlich summen. Die Fülle die mich erwartet, wenn ich meinen Garten betrete, die schenkt mir Zufriedenheit und Glück. Es ist große Dankbarkeit, die ich gegenüber meiner Gartennatur wahrnehme. Es ist als spüre ich ebenso die Dankbarkeit der Blumen und Pflanzen gegenüber meiner Großzügigkeit, dass sie an ihrem frei gewählten Standort wachsen dürfen oder auch für die eine oder andere Erfrischung als die Frühsommertage trocken und sonnig waren.

In solchen Momenten gibt mir mein Garten ganz viel zurück, es ist mir manchmal, als würden die Blüten genau mir ihre Köpfe entgegen strecken, weil sie mir sagen wollen, dass ich meinen Teil beigetragen habe, dass ich Teil bin an ihrem Erblühen. Diese Schönheit berührt mich und lässt all die Alltagssorgen vergessen. Es ist das Glück der Fülle und der gegenseitigen Dankbarkeit, dass ich hier spüre. Dann fehlt es mir an nichts. Dann bin ich glücklich.

Dabei gehe ich nicht einfach so durch meinen Garten, nein, ich bleibe stehen hier und da und spüre, nehme war, höre zu und berühre diese Pflanze oder jene. Und wenn ich still, lauschend und beobachtend auf diesem kleinen Flecken Erde stehe, habe ich auch schon so manch seltenes Tier entdeckt.

„Dankbarkeit steht für eine Kultur der Erneuerung und Gegenseitigkeit, in der Reichtum bedeutet, dass genug zum Teilen da ist, und Wohlstand in für beide Seiten heilsamen Beziehungen gemessen wird. Außerdem macht sie uns glücklich.“ Robin Wall Kimmerer, Geflochtenes Süßgras

Für Dich. Weil du schön bist.


Du bist schön.
Irgendwo in deinem Inneren bist du schön, wunderschön.
Womöglich unendlich schön. Und leuchtend.
Ja, du BIST schön.

Tief in deinem Inneren bist DU schön. Doch es ist nicht dein Name, der dich schön macht.
Nicht dein Auto macht dich unwiderstehlich,
nicht deine Position in deinem Job.
Es ist nicht die Marke deiner Sonnenbrille,
dein Glitzersteinchen auf deinen Fingernägeln,
es sind nicht deine ultralangen Wimpern, die verlockend aufschlagen,
auch nicht dein neues Teil.
Nein, nicht deine ständige Erreichbarkeit,
und das neueste Smartphone machen dich schön.
Dein Joint mag dich wild und frei erscheinen lassen, denkst du,
aber es ist nur ein Bild und nicht jedes Menschen Geschmack.
Es ist nicht Dein Push-up, der deinen Busen in eine ansehnliche Höhe hebt, oder der Sport, den du bis zur Erschöpfung betreibst,
es ist auch nicht deine Kahlrasur, weder deine glatt glänzende Männerbrust, weder die, auf deinem Kopf, noch die, deiner Scham.
Ja, all diese Dinge erzählen etwas über dich,
doch sie machen dich nicht schön, ganz im Gegenteil.
Du wirkst entfernt von dir selbst, im Erfüllen deiner Ansprüche oder denen, die dir die Gesellschaft vorlebt.
Jede Sucht ist Ausdruck einer Sehnsucht.
Und in all dieser Zeit, die du dafür vergeudest,
hast du da mal wirklich etwas für dich selbst getan?
Nur für dich? Ganz für dich allein? Nach innen gehört?

Was dich wirklich schön macht, ist die Mystik des Lebens:
dein Erwachsenwerden, die Erfüllung deines inneren Bauplanes,
das Finden deiner inneren Strukturen und Stärken, deiner Beweggründe, dein Sein,
deine Jugendlichkeit, dein Reifen, deine Menschlichkeit und Würde
und dein Altern, auch dein Sterben.
All das macht DICH schön.
Dafür brauchst du nicht einmal etwas zu tun, nur SEIN.
Dann kommt alles von selbst.

Irgendwo bist DU schön. Ja. Du bist schön.
Tief in Deinem Inneren bist Du wirklich wunderschön.
Von dort aus leuchtest Du in die Welt hinaus und alle können es sehen.
Weil Du ganz Du selbst bist, weil Du weißt, wer Du bist, woher Du kommst und was Dich nährt. Nichts kann dich mehr von Deinem Weg abbringen.
Es gibt keinen Grund mehr.
Alles andere ist fad und geschmacklos geworden, ja sinnentleert, in gewisser Weise enttarnt.

Du bist schön!

Berührungspunkte



Meine Freude über die Schönheit der Natur ist ein Hauptthema meiner Arbeit als Künstlerin.
Die Pflanzen im Allgemeinen und die Blüten im Besonderen berühren mich in ihrer Anmut und Schönheit, Zartheit und Verletzlichkeit – das Zusammenspiel der Formen, der Blütenblätter und der Blüte selbst, die feinen Farbabstimmungen, die Farbenpracht, ihre Ursprünglichkeit und Vergänglichkeit überraschen mich jedes Jahr aufs Neue.

Die Blütenknospe, das Aufbrechen, Entfalten und Aufblühen der zarten Blütenblätter, die in der Hochzeit stehende Blüte umgarnt von sinnlichen Düften und Transparenz, sonnenbeschienen, im Wind gewogen – ein berauschendes Fest für die Sinne – und schließlich das Welken, der langsame Zerfall: ein Prozess, dem ich so viel Lebensweisheit abgewinne, der mich mit Respekt und Achtung erfüllt und mir immer wieder Zufriedenheit schenkt.

In meinen Arbeiten halte ich diese Beobachtungen und Empfindungen fest, die stillen Momente, das Staunen und Bewundern, das innere Aufleuchten, wenn ich teilhaben darf an den schönsten Schauspielen der Natur, auch wenn es ein ganz Kleines ist, meine Freude darüber und Dankbarkeit.

Und mit jedem Stückchen, dass ich von diesen großen und kleinen Wundern in mir selbst entdecke, fühle ich mich dem Sinn des Lebens ein bisschen vertrauter.

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