Kreativität

Raum für Dich

Manche Menschen werden erst durch Chaos kreativ. Du auch?
Ich mag es, wenn sich feine Farbstaubschichten durch die Abnutzung von Pastellkreiden auf dem Tisch bilden. Mit jedem neuen Bild kommen neue Farben hinzu. Wozu also aufräumen? Dadurch entsteht eine anregende Umgebung – fast wird sie selbst zu einem Kunstwerk. Hier darfst du dich anregen lassen, dir Raum nehmen, um selbst zu den Farben zu greifen. Nur zu!

Träumst Du noch oder schreibst du schon?

in einem meiner langjährigen Begleiter, dem Buch „Die Wolfsfrau“, finde ich eine meiner Lieblingserzählungen, sie erklärt die Dringlichkeit künstlerischen Schaffens recht eindrücklich.

DIE VIER RABBINER

EINES NACHTS wurden vier Rabbiner von einem Engel besucht, der sie aufweckte und auf seinen Schwingen in die Siebente Kammer des Siebenten Himmels trug. Dort erblickten die vier das Heilige Rad von Hesekiel mit den eigenen Augen. Auf dem Rückweg zur Erde jedoch verlor der erste Rabbiner bereits seinen Verstand, denn sein Geist war dermaßen von dem göttlichen Glanz geblendet worden, dass er fortan nur noch brabbelnd durch die Lande irrte. Der zweite Rabbiner zeigte sich unbeeindruckt und verleugnete ganz einfach, was er im Siebenten Himmel gesehen hatte. Er winkte nur ab und sagte: „Ach was, das haben wir doch bloß geträumt!“ Der dritte Rabbiner wurde fanatisch. Er hielt bald überall Vorträge über Sinn und Bedeutung seines Erlebnisses und stritt sich mit den anderen Gelehrten. Aber der vierte Rabbiner wurde zum Dichter. Er setzte sich an das Fenster seiner Kammer und verfasste ein Danklied nach dem anderen über die Tauben im Kirschbaum, die kleine Tochter in der Wiege und alle Sterne in der Nacht. Er als einziger konnte sein Glück ertragen.

Auch mir geht es so, dass ich nicht anders kann als mich künstlerisch auszudrücken. Manchmal muss ich richtiggehend danach suchen, was der richtige Ausdruck ist. Es lässt sich manchmal nicht in einer Bildsprache in Farben ausdrücken, oder in Formen, sondern in einem Text:

Impuls schöpferische Zerstörung

Oder wie ein Bild von Hilma Aff Klint mich animierte Neues zu formen

Ich mag die abstrakte Malerei Aff KLints (schwedische Malerin, 1862 – 1944) und die Vorstellung, dass sie ihre Bilder für zukünftige Generationen gemalt hat. Eines ihrer Werke: das Altarbild Nr. 1, Gruppe X von 1915 inspirierte mich für eine spielerische Neuzusammenstellung, ähnlich einer Collage.

Links: das Altarbild habe ich in einer Zeitschrift gefunden (Format A4); Mitte: die Formen auseinander geschnitten, gleich dem Prozess der Freisetzung zufällig, chaotisch auf einem A3 Blatt fallen lassen; Rechts: eine mögliche Neuorganisation.

Da die Formen nur gelegt sind, sind sie weiterhin beweglich und es können noch unzählige Varianten entstehen. Die Einzelteile können auch noch weiter zerschnitten werden.

Diese kleine Demonstration darf hier als minimale Anregung dienen, spielerisch kreative Neuorganisation zu üben! Für die kleine Kunst-Pause zwischendurch! Nur Mut!

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