Träumst Du noch oder schreibst du schon?

in einem meiner langjährigen Begleiter, dem Buch „Die Wolfsfrau“, finde ich eine meiner Lieblingserzählungen, sie erklärt die Dringlichkeit künstlerischen Schaffens recht eindrücklich.

DIE VIER RABBINER

EINES NACHTS wurden vier Rabbiner von einem Engel besucht, der sie aufweckte und auf seinen Schwingen in die Siebente Kammer des Siebenten Himmels trug. Dort erblickten die vier das Heilige Rad von Hesekiel mit den eigenen Augen. Auf dem Rückweg zur Erde jedoch verlor der erste Rabbiner bereits seinen Verstand, denn sein Geist war dermaßen von dem göttlichen Glanz geblendet worden, dass er fortan nur noch brabbelnd durch die Lande irrte. Der zweite Rabbiner zeigte sich unbeeindruckt und verleugnete ganz einfach, was er im Siebenten Himmel gesehen hatte. Er winkte nur ab und sagte: „Ach was, das haben wir doch bloß geträumt!“ Der dritte Rabbiner wurde fanatisch. Er hielt bald überall Vorträge über Sinn und Bedeutung seines Erlebnisses und stritt sich mit den anderen Gelehrten. Aber der vierte Rabbiner wurde zum Dichter. Er setzte sich an das Fenster seiner Kammer und verfasste ein Danklied nach dem anderen über die Tauben im Kirschbaum, die kleine Tochter in der Wiege und alle Sterne in der Nacht. Er als einziger konnte sein Glück ertragen.

Auch mir geht es so, dass ich nicht anders kann als mich künstlerisch auszudrücken. Manchmal muss ich richtiggehend danach suchen, was der richtige Ausdruck ist. Es lässt sich manchmal nicht in einer Bildsprache in Farben ausdrücken, oder in Formen, sondern in einem Text:

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